Energieaudits

Umfassende Informationen über Energieeinsparpotenziale, soge- nannte Energieaudits, liegen im ureigenen Interesse der Unter- nehmen. Das Gesetz Artikel 8 Absatz 4 der EU-Energieeffizienz-Richtlinie 2012/27/EU (EED) ist eine Sofortmaßnahme des Nationalen Aktionsplans für Energieeffizienz. Es verpflichtet große Unternehmen (>250 Mitarbeiter, >50 Mio. Jahres- umsatz) bis zum 5. Dezember 2015 und danach alle vier Jahre Energieaudits durchzuführen. Mittlerweile werden Energieaudits in vielen Unternehmen genutzt, um systema- tische Verbesserungschancen im betrieblichen Energieversorgungs- system zu identifizieren und unter Berücksichtigung der jeweiligen Kosten wirtschaftlich sinnvoll zu handeln. Damit fördern Unternehmen nachhaltig ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Typischer Ablauf eines Energieaudits:

Im Rahmen der Auftakt-Besprechung werden konkrete Verein- barungen getroffen:

  • Geheimhaltung,
  • Datenschutz,
  • Datenlieferung,
  • Zeitplan,
  • praktische Ausgestaltung,
  • und weitere Vorgehensweise.

Ein oder mehrere MitarbeiterInnen werden genannt, die dem Energie- auditor unterstützend zur Seite stehen. Erste energetische Daten des Unternehmens werden gesammelt und ausgewertet, um energie- relevante Messungen zu evaluieren und die Vor-Ort-Begehung optimal zu planen.

Die Basisdatenerhebung umfasst:

  • Mitarbeiteranzahl,
  • Betriebszeiten,
  • Geplante energieverbrauchsrelevante Änderungen (Erweiterungs- bau, neue Produktionsanlagen),
  • Geplante und durchgeführte Energieeffizienzmaßnahmen,
  • Energielieferverträge,

Gesamtenergieverbrauch und Energiekosten nach Energieträgern und Zeiträumen.

Die Vor-Ort-Begehung dient der Vervollständigung des energe- tischen IST-Zustandes:

  • Erfassung des Energieeinsatzes (thermisch und elektrisch) unter realistischen Bedingungen,
  • Einblick in das Nutzerverhalten und die Arbeitsabläufe (Mitar- beiterbefragung, Einstellung, Verbesserungsvorschläge).

Im Anschluss werden die erfassten Daten ausgewertet, analysiert und Energieeinsparpotenziale aufgeführt.
Hierfür fordert die DIN EN 16247 die Bilanzierung der Energieflüsse im Unternehmen für die Energieverbrauchs- und versorgungsseite sowie die Darstellung im Zeitverlauf. Dies kann beispielsweise in Form eines Sankey-Diagramms, einer ABC-Analyse oder mittels Zeitreihen grafisch dargestellt werden. Die Daten für die Raumwärmebereitstellung und -klimatisierung etc. werden mit den Heiz- und Kühlgradtagen verrechnet und auf diese Weise bereinigt, um auch für zukünftige Erhebungen aussagekräftig zu sein. Für produktionsspezifische Energieverbräuche können Energiekennzahlen (EnPI) gebildet werden (z. B. Energieverbrauch je produzierte Einheit), die für Vergleiche der Branchenkennzahlen oder für historischen Verbrauchswerte geeignet sind.

Energieeinsparmöglichkeiten werden quantifiziert und nach den vereinbarten Kriterien bewertet.

Der Audit-Bericht muss transparent, qualitativ hochwertig und nachvoll- ziehbar sein. Wesentliche Elemente sind:

  • Zusammenfassung,
  • Hintergrund,
  • Dokumentation des Energieaudits,
  • Liste der Möglichkeiten zur Verbesserung,
  • Schlussfolgerung.

Die Energieeffizienzpotenziale müssen detailliert dargestellt sein:

  • Beschreibung der Energieeinsparpotenziale inkl. Annahmen für deren Berechnung,
  • Wirtschaftlichkeitsberechnung inkl. Annahmen für deren Berechnung,
  • relevante Fördermöglichkeiten,
  • konkrete Umsetzungsempfehlungen mit Ablaufplänen geeigneten Verfahren zur Evaluierung der Einsparungen nach Maßnahmenum- setzung. Nach Rücksprache mit dem Verantwortlichen wird der Audit-Bericht an die Geschäftsführung übermittelt.

Die Abschlussbesprechung

Der Auditor präsentiert der Geschäftsleitung und idealerweise weiteren Mitarbeitern die Ergebnisse. Im Rahmen der Präsentation werden Detailfragen rund um das Energieaudit beantwortet. Ziel der Präsentation ist es, die Geschäftsleitung zu der Umsetzung der Maßnahmen zu motivieren.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der DENA und des BAFA.